Die partizipative Kunstinstallation

17. September bis 16. Oktober 2016
Weil am Rhein || Basel, Schweiz || Huningue, Frankreich

FREIHEIT 2.0 ist eine initiierte Form der sozialen Revolte, die nach einem politischen
Einfluss der Gesellschaft in Bezug auf den Informationskapitalismus fragt.
Das Kunstprojekt FREIHEIT 2.0 stößt einen Prozess der Selbstreflexion
und Selbstwirksamkeit in der Auseinandersetzungüber den Wert der Privatheit
und den Umgang mit der Thematik der BIG DATA an.

Die Zielsetzung der Installation Freiheit 2.0 ist es, ein Bewusstsein
und eine differenzierte Sicht auf die Herausforderung mit dem Umgang der BIG DATA
und unserer digitalen Parallelrealität zu schaffen.

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WARUM FREIHEIT 2.0 ?

Wir müssen heute über den Eingriff in die persönlichen Freiheit, durch die digitale Welt diskutieren und den Begriff der Freiheit auch dorthin transportieren und verwenden. Der Begriff FREIHEIT existiert schon lange bevor das Internet entstand. Die Ziffer 2.0 entspricht der gängigen Weise bei Software auf Weiterentwicklungen hinzuweisen. FREIHEIT 2.0 transportiert den Begriff in unsere digitale Parallelwelt - in das Internet.

Was bedeutet partizipative Kunstinstallation?

Partizipation heißt Mitwirkung / Teilnahme
Das Kunstprojekt FREIHEIT 2.0 bricht die klassische Struktur der Darstellung von Kunst und deren Rezeption auf, in dem es den öffentlichen Raum und die Teilnahme der Rezipienten als integralen Bestandteil der Installation definiert. Die Teilnahme besteht aus der Verwendung der App FREIHEIT 2.0 und durch die zahlreichen um den Begriff der Freiheit umfimierten Geschäfte in Weil am Rhein, Basel und Huningue.

Womit setzt sich das Projekt FREIHEIT 2.0 auseinander?

Die BIG DATA stellt die Prinzipien der Selbstbestimmung über psychisches und soziales Leben in Frage, ebenso unser Verständnis vom politischen System. Unsere Privatsphäre und unser Selbstverständnis von Freiheit stehen vor der völligen Auflösung, indem die Geschäftsmodelle der BIG DATA die Souveränität des Menschen angreift. Gibt es einen Ausweg? Könnte eine soziale Revolte einen Bewusstseinsprozess einleiten, der den Geschäftspraktiken der BIG DATA die kollektive Zustimmung entzieht? FREIHEIT 2.0 initiiert die soziale Revolte, und fragt nach einem politischen Einfluss der Gesellschaft in Bezug auf den Informationskapitalismus. Die Zielsetzung der Installation Freiheit 2.0 ist es, ein Bewusstsein und eine differenzierte Sicht auf die Herausforderung mit dem Umgang der BIG DATA und unserer digitalen Parallelrealität zu schaffen.


DIE KERNTHEMEN

BIG DATA

Die Big Data Industrie strebt nach einem Echtzeitmodell unseres täglichen Lebens. Das System BIG DATA registriert unser Leben in allen seinen Verästelungen. Wie viele Schritte sind wir heute gegangen und welchen Puls hatten wir dabei? Was haben wir online gekauft? Autohersteller kennen den Füllstand unserer Tanks und wissen, wohin wir mit welchem Tempo gefahren sind. Google weiß, wann man die Grippe hatte und kennt unser nächstes Urlaubsziel. WhatsApp weiß, mit wem wir kommunizieren. Youtube weiß, welche Videos wir betrachten und Instagram kennt unser gepostetes Leben. Mattel weiß, was im Kinderzimmer gesprochen wird und der smarte Fernseher blickt in unser Schlafzimmer. Facebook kennt alle unsere Freunde und Amazon weiß schon heute, was wir morgen kaufen werden. Hinter BIG DATA verbirgt sich ein milliardenschwerer Markt, der im überwiegend rechtsfreien Raum wurzelt und gedeiht. Dieses System nutzt jeden Bürger und seine Daten in bislang ungekanntem Ausmaß für seine Zwecke aus.

FREIHEIT (Verlust der Selbsbestimmung)

Täglich werden persönliche Daten über das Internet gesammelt. Wir haben wenig Einfluss darauf welche Daten gesammelt werden und wie diese verwendet und ausgewertet werden. Wir erleben einen Verlust der Selbstbestimmung über unserer Daten. Dieser Verlust stellt eine starke Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit da.

Wie werden Daten gesammelt?

über unser Verhalten im Internet (sog. Tracking) Wenn Sie eine Webseite besuchen, wird z.B. beobachtet wie lange Sie sich darauf aufhalten und was sie anklicken. Welche Produkte sie betrachten, kaufen oder welche Artikel Sie lesen. Es kommt auch vor, dass ihr Surfverhalten weiter beobachtet wird, obwohl Sie die Seite die Sie ursprünglich besucht haben, längst verlassen haben.

über das „Internet der Dinge“

( mit dem Internet verbundene Geräte) Immer häufiger gibt es Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und dadurch Daten von Ihnen selbst, ihrem Verhalten oder von ihrem Lebensumfeld sammeln. Z.B. Ihr neues Auto, oder das eigene Zuhause (smarthome)

Smartphone Apps

Ihr Smartphone selbst oder Apps, die Sie darauf verwenden sammeln permanent Daten über Ihr Verhalten.

KUNDENKARTEN

Alle Kundenkarten sammeln Daten über Ihr Einkaufsverhalten. Auch diese Daten werden verarbeitet und ausgewertet.


DIE 4 ELEMENTE

1. DIE SELFTRACKING APP

Das Selftracking dient als Schnittstelle zwischen der analogen und digitalen Welt und wird dazu eingesetzt, ein Bewusstsein für die Sensibilität der eigenen Daten zu schaffen. Die Selftracking App veranschaulicht, wie aus individuellen Verhaltensweisen Daten gewonnen werden, die als kostbare Resource gehandelt und weiterverarbeitet werden. Die für das Projekt programmierte Selftracking App für Smartphones wird zum kostenlosen download angeboten. Die Selftracking App ermöglich die direkte Teilnhame am Projekt. Sie speichert anonym die Bewegungsprofile auf dem projekteigenen Server . Die generierten Daten werden im Kunstverein und im Internet in Echtzeit visualisiert.
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2. DER ÖFFENTLICHE RAUM

Jeder Mensch hat heute Berührungspunkte mit der digitalen Welt. Analog zu den virtuellen Räumen der digitalen Welt, (z.B. der sozialen Netzwerke) begegnen sich Menschen in der analogen Welt im öffentlichen Raum. Gerade Geschäfte bilden und gestalten den öffentlichen Raum in dem sich Menschen begegnen. Die teilnehmenden Geschäfte werden in ihrer Bezeichnung mit dem Begriff Freiheit ergänzt und umfirmiert. Die Schriftzüge und Bezeichnungen der Geschäfte werden im jeweiligen individuellen Design durch den Begriff Freiheit ergänzt bzw. mit Planen und Beklebungen überhängt. Derzeit werden sich über 15 Geschäfte an der Umfirmierung beteiligen.
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3. DAS LEITSYSTEM

Ein auf der Straßen aufgebrachtes temporäres Leitsystem führt von allen teilnehmenden Geschäften hin zum Gebäude des Kunstvereins Weil. ( Dem BÜRO DER FREIHEIT 2.0 ) Das Leitsystem visualisiert den unsichtbaren Datenfluss der digitalen Welt und leitet die Rezipienten zu dem BÜRO DER FREIHEIT 2.0
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4. DAS BÜRO DER FREIHEIT 2.0

Die Städt. Galerie "Stapflehus" in Weil am Rhein dient für die Projektzeit von 4 Wochen als Büro der Freiheit 2.0. Hier wird sich der Künstler Florian Mehnert aufhalten, das Projekt steuern und mit den Besuchern den Diskurs darüber führen. In der Ausstellung im BÜRO DER FREIHEIT 2.0 werden alle Daten gesammelt und ausgewertet. Hier können die Besucher in zwei Video-Projektionen die Visualisierung der Bewegungsprofile, die durch die SELF-TRACKING APP entstanden sind, erleben.
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DIE FREIHEIT 2.0 - BIG DATA KOLLOQUIEN

Die Installation FREIHEIT 2.0 wirft eine Vielzahl an Fragen über die komplexe Thematik BIG DATA auf. Die BIG DATA - FREIHEIT 2.0 Kolloquien werden Hintergrundinformationen liefern und den Diskurs vertiefen. Sie werden Fragen stellen, aber dabei auch versuchen Fragen zu beantworten, vielleicht sogar Lösungen erarbeiten. In der Städt. Galerie "Stapflehus" werden über die Projektlaufzeit von 5 Wochen, unterstützt von eingeladenen renomierten Referenten aus den Fachgebieten Medientheorie, Informatik, Datenschutz, Wirtschaft und Philosopie Vorträge, Workshops, und Paneldiskussionen über die vielschichtigen Themen der BIG DATA und deren Auswirkungen angeboten.

// strukturelle Veränderungen unserer Gesellschaft und des privaten Lebens durch BIG DATA
// Warum sind Daten eine neue wirtschaftliche Ressource (Gefahren und Nutzen)
// Bedeutung und Umgang mit Big DATA
// Internet der Dinge (Internet of things ; IOT) - Auswirkungen auf unser tägliches Leben
// Fragestellungen zur nahen Zukunft des Internet und seinen Folgen (Informationskapitalismus)
// Fragestellungen zu dem Selbstimmungsrecht über die eigenen Daten // Fragestellungen zu einer möglichen neuen Definition von Privatheit und Freiheit
// Fragestellungen über den Einfluss der Gesellschaft auf BIG DATA in ihrer Demokratie

DIE REFERENTEN

Prof. Dr. Bernhard Taureck Seminar für Philosophie, Carolo-Wihelmina zu Braunschweig // Prof. Dr. Britta Schinzel Informatik und Mathematik Vorstand Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung // Dr. Zinaida Benenson Human Factors in Security and Privacy Group, Chair for IT Security Infrastructures, Universität Erlangen-Nürnberg //
RA Dr. Udo Kauss u.a. Vorstand der Humanistischen Union Landesverband Baden-Württemberg // Andreas Leo Findeisen Medien- und Netztheoretiker, Wien // Christoph Stürmer Global Lead Analyst, PwC Automotive network // Dr. Matthias Kampmann Journalist, Redakteur, Kunsthistoriker // Dr. Ralf Biering ehemals Mediahaus Biering, München //Benjamin Kees, Berlin, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.// Prof. Dr. Christa Karpenstein-Eßbach, Seminar für deutsche Philologie, Universität Mannheim

# DAS PROGRAMM DER FREIHEIT 2.0 - BIG DATA KOLLOQUIEN ZUM DOWNLOAD...





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    Kunstverein Weil am Rhein // Bläsiring 10 // 79576 Weil am Rhein

  • Email

    studio@florianmehnert.de
    f.resin@resin.de
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    +49 7631 93 18 307